...das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach ( Am 5,24 )

Liebe Mitchristen,

dieses Wort des Propheten Amos, steht über der diesjährigen

Misereor Fastenaktion. Fasten ist „in“. Und Ernährung ist ein Mega – Thema. Das ist gut so! Denn der Mensch „ist“ durchaus das, was er „isst“. Die Art, wie wir uns ernähren, verrät viel über unsere Einstellung zum Leben, zu unserem Körper und uns selbst. Kann man wirklich immer auf der Überholspur sein, auf der es üblich ist, dass man sich „schnell noch was reinschiebt?"

Dennoch ist Ernährung nie nur ein Thema des Einzelnen. Es ist ein soziales und globales Thema. Das machen schon wenige Zeilen des folgenden Impuls-Textes des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor deutlich:

„Mindestens jeder neunte Mensch weltweit leidet Tag für Tag Hunger, jedes vierte Kind unter fünf Jahren ist mangelernährt. Aber Hunger ist keine Folge eines unveränderbaren Schicksals. Menschen hungern, weil sie arm sind, keinen Zugang zu Lebensmitteln haben; weil ihre natürlichen Grundlagen verändert oder zerstört sind und nicht zuletzt, weil die westlichen Länder wie die EU oder die USA zu viel produzieren. Während 2 Milliarden Menschen auf der Welt an Mangelernährung leiden, sind fast 2 Milliarden Menschen übergewichtig.“

Ähnliches lässt sich zum Thema „Wasser“ sagen. Unser öffentliches Netz lässt uns leicht vergessen, wie viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben und deshalb in die Spirale von Krankheit und Armut geraten.

Das Wort des Propheten ist keine Verheißung, sondern ein Aufruf! Die Fastenzeit ruft uns auf als Einzelne so zu leben, dass alle leben können! Deshalb sollte der Gegenwert der Dinge, auf die man in der Fastenzeit verzichtet hat, den Armen zugutekommen.

Eine gute Gelegenheit dazu ist der Misereor –Sonntag am 12./ 13. März.

 

Ihr Hanns – Jörg Meiller, Pfr.