Kulturort am Bügel

Im November 2019 waren die „Freunde der Pekingoper e.V“ zu Gast in St. Lioba. Das Ensemble besteht aus ca. 25 Musikern und Schauspielern. Im ersten Teil des Abends be-wiesen die Musiker ihr Können auf fremdartigen Instrumenten wie der chinesischen Geige. Virtuos vorgetragene klassische Stücke mit Titeln wie „Jasminblume“, „Tanz zur Tee-Ernte“, „Erntetransport im Pferdetrab“ u.a. rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

„Folgen nach dem Stern“ zeigte dann im zweiten Teil als Premiere die christliche Weihnachtsge-schichte. Auf Grundlage der Evangelien hatte ein junger Autor sie für die Aufführung in St. Lioba in den Stil der Pekingoper übertragen. Mit großer Leidenschaft boten die Akteure die Ereignisse um die Geburt Jesu dar. Auch wenn man der chinesischen Sprache nicht mächtig war (wie die meisten Anwesenden!) konnte man die dargestellten Personen unschwer identi-fizieren: den Verkündigungsengel auf dem Dach der Krippe; die drei Weisen aus dem Mor-genland; den zornigen König Herodes; die traurige Flucht nach Ägypten - und vor allem die herz-berührend dargestellte Heilige Familie. Die Verfremdungseffekte und für das europäi-sche Auge und Ohr gänzlich ungewohnten Eindrücke eröffneten manchem Besucher einen neuen Zugang zur vermeintlich altbekannten und doch immer wieder aktuellen Weihnachts-geschichte.

 

Im Dezember 2019 gastierte in St. Lioba bereits zum dritten Mal das Ensemble „Sound of Spirit“ unter der Regie von Sabine Rupp, die in Frankfurt auch die bekannte Konzertreihe „Kirche am Campus“ organisiert. Mit ihren hervorragend ausgebildeten Musikern hatte sie wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Unter dem Motto „Winter-/Weihnachtslieder aus Folk, Film & Fantasie“ mit Liedern aus England, USA, China, Ruß-land, Korea, Irland, Deutschland zeigte das Ensemble seine große musikalische Bandbreite. Gerade in einem Stadtteil wie dem Bügel mit Bewohnern aus unterschiedlichsten Herkunfts-ländern versteht man, wie wichtig gegenseitige Toleranz ist. So folgten die Besucher am En-de des Konzerts gerne der Einladung und stimmten ein in das Lied „Stille Nacht“.

 

Barbara Steffan

 

Soziale Arbeit in der Pfarrei