Wann immer ein Unfall passiert, ein Unglück; ob Störfall oder Naturkatastrophe: „Experten kümmern sich darum.“ Wenn es um gesellschaftliche, ökonomische oder politische Einschätzungen und Einordnungen geht: Experten nehmen Stellung.
Mir fällt auf, dass in den Medien zunehmend und ausdrücklich von „Experten“ gesprochen wird. Dass es in jeder Situation, zumal in besonderen, Leute mit Sachverstand braucht: keine Frage. Aber was soll die inflationäre Betonung von Kompetenzen? Ist unsere Welt so kompliziert geworden, die alltägliche wie globale Gegenwartslage so unübersichtlich und herausfordernd, dass es für alles Experten braucht?
Mit diesen Fragen sitze ich im Glashaus, denn unser katholischer Glaube hat ja auch mehr als einen ganzen Kalender voll mit Experten. „Heilige“ nennen wir sie. Das Gute daran: Mit ihrer Verehrung würdigen wir ihr beispielhaftes Leben der Christusnachfolge. Das Problem zugleich: sie so hoch zu hängen, dass ihr Beispiel unerreichbar wird. Das wäre demotivierend, also das Gegenteil des Beabsichtigten.
Ich hoffe, dass unsere Kirche nicht zu einer Expertenkirche wird, sondern die lebendige Gemeinschaft der Getauften bleibt.
… meint Ihr Kirchenexperte Pfr. Joachim Metzner CO
